Reuters: Nur noch 7 Tage Quarantäne ab April

Am heutigen Montag (8. März) meldet die Nachrichtenagentur „Reuters“, dass Thailand die bisher 14tägige Quarantäne-Zeit für Geimpfte auf sieben Tage verringern will. Diese Erleichterung für Einreisende soll ab April gelten. Damit würde Thailand einen ersten Schritt hin zu einer Erleichterung des Tourismus in dem zwar weitgehend Corona-freien, aber wirtschaftlich von der Pandemie gebeutelten Land zulassen.

Kehrt das Reiseland Thailand wirklich schrittweise zur Normalität zurück? Zumindest die Nachrichtenagentur Reuters glaubt, dies am heutigen Montag hier vermelden zu können:

https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-thailand/thailand-to-cut-quarantine-for-vaccinated-foreigners-to-7-days-from-april-idUSKBN2B00VB

Unter Berufung auf Thailands Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul erfolge die Reduzierung der Quarantäne-Zeit auf sieben Tage jedoch laut der Reuters-Meldung nur für bereits geimpfte Reisende. Zudem darf die Impfung nicht länger als drei Monate vor Reisebeginn zurück liegen. Für nicht-Geimpfte könnte sich – bei Vorlage eines Negativtests – die Quarantäne-Zeit immerhin auf zehn Tage reduzieren, so Reuters weiter in der Meldung vom Montagvormittag, 8. März (MEZ).

Insbesondere der thailändische Tourismus leidet seit nunmehr einem Jahr an den ausbleibenden Gästen aus aller Welt. Thailand gehört zwar in Südostasien zu den wirtschaftsstarken Ländern und hat ökonomisch mehr zu bieten als den Tourismus. Aber gerade in den touristischen Wirtschaftsbereichen und den mit ihnen verbundenen Wertschöpfungsketten sind Geschäfte und Beschäftigung zum Erliegen gekommen. Dies hat insbesondere in den bisherigen internationalen Tourismus-Hochburgen erhebliche Auswirkungen. Nicht nur Infrastrukturen sind zusammengebrochen, auch viele Menschen insbesondere in unteren Einkommensbereichen, die unmittelbar abhängig von ausländischen Reisenden sind – etwa Hotel-, Restaurant- und Barpersonal, Taxifahrer oder lokale Touranbieter – stehen seit Monaten quasi vor dem Nichts, zumal mögliche alternative Beschäftigungen, etwa in der von internationalen Lieferketten abhängigen thailändischen Industrie, ebenfalls aufgrund der Auswirkungen der Pandemie, rückläufig sind. Unschöne Szenen von in langen Schlangen vor kostenlosen Essensausgaben in den ehemaligen Touristenhochburgen wartenden Thais prägten seitdem das öffentliche Bild und war die Schattenseite einer sehr konsequenten Abschottungspolitik der thailändischen Regierung gegen die Verbreitung des Coronavirus.

Der – durchaus in normalen Zeiten vorhandene – thailändische Inlandstourismus, zeitweise während der Krise sogar mit Direktzahlungen an die Thailänder staatlich subventioniert, konnte das Ausbleiben von mehreren Millionen Besuchern aus dem Ausland nie kompensieren.

Aber auch wenn dieser Öffnungsschritt bereits ab April Realität sein sollte: Es wird lange dauern, bis der Tourismus – in Thailand und anderswo – wieder zurück in die vor der Krise bestehende Normalität kehrt. Wenn überhaupt. Denn noch wird nicht überall auf der Welt gleichsam schnell geimpft. Es stellt sich zudem die Frage, ob die Thai-Behörden geimpfte Reisende ins Land lassen egal mit welchem Impfstoff sie geimpft wurden. Zu dem kommen die sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Krise in den Heimatländern der Touristen: Wird jeder und jede wie vor der Krise in der Lage sein, sich die Kosten für einen Thailand-Urlaub leisten zu können? Und wie werden sich Flugpreise, Unterkunfts- und Verpflegungskosten entwickeln? Auf welche touristische Zielgruppen wird Thailand nach einem Restart des Tourismus setzen? Welche touristischen Angebote werden in Thailand schnell wiederhergestellt werden und welche Bereiche sind so nachhaltig von der Krise betroffen, dass sie – etwa mangels Investitionskapital – nicht mehr oder nicht mehr im gleichen Umfang aufgebaut werden können? Und wie groß wird die Lust bisheriger Fernreisender sein, trotz aller Einschränkungen – beim Fliegen, beim Urlauben, bei den Unterkünften – sich wieder auf den Weg nach Übersee zu machen? Und wie viele werden aus Furcht vor Ansteckung, vor neuen Virenwellen oder einer neuerlichen Verschärfung von Flugverboten oder Ausgangssperren sich überhaupt derzeit und in absehbarer Zeit auf den Weg nach Thailand oder in ein anderes Reiseland begeben?

All diese Fragen gehen weit über das Thema und die Dauer der obligatorischen Quarantäne hinaus. Fernreisen, ja das Reisen insgesamt, wird sich durch diese weltumspannende Krise, die kein Enddatum kennt, verändern. Es ist daher nicht nur eine offene Frage, wann sich das Fernreisen normalisiert, sondern wie es sich „nach Corona“ verändern wird.

Alternativ will Thailand eine Quarantäne auf sanft schaukelnden „Corona-Wellen“ anbieten. Über die Yacht-Quarantäne berichtet jedenfalls am 10. März das Reiseportal „Reisetopia“:

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: